Was passiert in Sankt Johannes?

Diese Kirche befindet sich im Moment auf einer Reise!

Es ist eine Reise, die (wie es gute Reisen so an sich haben) ein wenig ungewiss ist. Klar ist nur: an diesem Ort soll sich das Leben tummeln, es soll ein Ort sein, an dem jeder und jede sich wohl fühlt, unabhängig von der eigenen Konfession.

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Was wird sich ändern

Auf unserer Reise möchten wir einiges ausprobieren

Vielleicht wird zwischen den hohen Wänden der Kirche geklettert, vielleicht gibt es dienstags Kinofilme und samstags auf dem Vorplatz Käse- und Obststände. Vielleicht wird auf den Treppen zu Salsa-Musik getanzt, und auf Tischtennisplatten Umlauf gespielt. Gewiss ist: die Reise bringt uns nicht in die Ferne, sondern nah zueinander. Vielleicht rückt dabei sogar ganz Emmendingen näher an diesen Ort?

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FAQs

Was bedeutet „Neukonzeption St. Johannes“?

Die Kirche St. Johannes der SE Emmendingen-Teningen, gelegen im Stadtteil Bürkle-Bleiche, soll zu einer Kirche mit hybrider Nutzung bzw. Nutzungserweiterung werden. Dabei bleibt die Kirche als Gottesdienstraum erhalten (und wird nicht profaniert). Hybride Nutzung bzw. Nutzungserweiterung meint: Ein Miteinander von unterschiedlichen Angeboten und Akteurinnen und Akteuren, sowohl kirchlichen wie nichtkirchlichen. Dieser Nutzungserweiterung soll auch in der Raumgestaltung Rechnung getragen werden (mehr dazu s.u.). Drei Säulen beschreiben die inhaltliche Ausrichtung der Nutzungserweiterung in St. Johannes, die sich ausdrücklich auf den Außen- und Innenraum bezieht:

Liturgie und Spiritualität: 
Die Kirche bleibt als Gottesdienstraum erhalten. Neben den Eucharistiefeiern im Rahmen der Gottesdienstordnung und den bestehenden Feierformen werden neue liturgische und spirituelle Formate angeboten. Die neue Weite des Raumes ermöglicht andere Feierformen (für kleine, große Gruppen, für anders gestaltete Gottesdienste) und neue Raumwahrnehmungen. Vor allem für Gottesdienste mit Kindern entstehen neue Möglichkeiten zu gestalten und sich zu bewegen. Bisher ist das auf die kleinen Bereiche vor und hinter den Bänken begrenzt.

Soziales und Bildung: 
Angebote an der Schnittstelle von Sozialarbeit und Kultur, wie z.B. social community theatre - eine Kunstform, die die Akteure aus dem Stadtviertel zu Beteiligten macht, indem bspw. Menschen eine Bühne gegeben wird, ihre Fluchtgeschichten zu erzählen. Ausstellungen bspw. mit der Eduard-Spranger-Schule (SBBZ für geistige Entwicklung), Hausaufgaben- und Lernförderung, Kooperation mit dem benachbarten Jugendmigrationsdienst, Bildungs- und Diskussionsveranstaltungen.

Kunst und Kultur: Ausstellungen, Konzerte, Aufführungen (bspw. anknüpfend an die Tradition der „Kirchenmusicals“ in St. Johannes) interner und externer Künstlerinnen und Künstler („zu Gast bei Kirche“), bspw. ein Kinder-Kultur-Programm mit Aktions- und Beteiligungsmöglichkeiten.

In diesem sich öffnenden Raum sind Menschen eingeladen sich einzubringen. Unterstützt durch den besonderen Kirchen-Raum wird hier ein Mehr an Leben erfahrbar – in Begegnungen, kulturellen Veranstaltungen, sozialem Engagement und spirituellen Angeboten entsteht ein besonderer Raum, ein AnderOrt. Ganz wesentlich für die Neukonzeption ist es, dass St. Johannes zu einem profilierten Ort im Sozialraum werden soll, ein einladender Ort für alle Menschen aus dem Stadtteil und der Stadt. Und mehr noch als ein Ort: eine Idee, wie Pastoral gehen und zukünftig gelingen kann. Eine Kirche, die im wahrsten Sinne des Wortes den „Raum ihres Zeltes weit macht“ (Jes 54,2).

Welche Idee von Kirche steht hinter der Neukonzeption?

Die Vision ist: Ein Raum der offen und einladend ist für ganz verschiedene Menschen, in dem sowohl Leute, die sich bereits „zu Hause fühlen in Kirche“, als auch solche, denen das ganz fremd ist, etwas für sich finden, sich genauso, wie sie sind, angenommen fühlen. Lebendigkeit, Wachstum, Kirche als „Weg, der im Gehen entsteht“, eine „Herberge“ auf Zeit,ein Zelt Gottes unter den Menschen, das weit und offen ist. Eine Kirche, die lernt, die sich öffnet und anschlussfähig ist für Menschen von heute.Und wer sich tiefer damit auseinandersetzen und/oder mehr wissen möchte:

Was passiert mit den Bänken und warum?

Dass Kirchen Bänke für alle haben, ist eine Entwicklung der Neuzeit; gerade in älteren Kirchen unserer Nachbarländer findet man eine flexible Bestuhlung statt starrer Bankreihen. Eine erweiterte Nutzung und andere Feierformen für liturgische Angebote brauchen den freien Raum, der eine flexible Nutzung möglich macht: Zum Beispiel ein Gottesdienst vor der Mariennische, eine Wortgottesfeier in kleinen Gruppen um Tische herum, eine Erstkommunionfeier an langen weiß deckten Tafeln, an denen die Familien das Brot teilen, eine Eucharistiefeier im Kreis mit einem mobilen Altar. Eine Tanzperformance, die zu Musik und Texten den Raum nutzt, eine Kletterinstallation, in der Kinder und Jugendliche erleben, was getragen sein, Mut und Vertrauen bedeutet, ein Weihnachtsessen für bedürftige und einsame Menschen, eine Erstkommunionvorbereitung, in der Kinder unter dem weiten Zelt Gottes mit erlebnispädagogischen Elementen erfahren, dass sie talentiert und kompetent sind. Daher sollen der linke (bei der Mariennische) und der mittlere Teil der Bänke entfernt werden. Das Material wird im Kirchenraum weiterverwendet werden. Bis klar ist, was genau damit passiert, wird das Material eingelagert.

Wird die Kirche umgebaut? Und wenn ja, wie?

Zunächst sollen die beiden Bankblöcke (s.o.) entfernt werden. Verschiedene Sitzmöglichkeiten (bequeme Stühle, Klappstühle, Hocker, Kissen) werden diese ersetzen. Eine lichtdurchlässige Abtrennung wird die Mariennische zu einem Raum im Raum machen

Was bedeutet Experimentierphase?

In der Experimentierphase soll es bis Mitte 2025 darum gehen, Erfahrungen mit der erweiterten Nutzung des Kirchenraums zu machen, an konkreten Ideen und Initiativen zu lernen und zu entdecken, was funktioniert und was auch nicht passt. Ganz wesentlich für das Projekt ist daher Fehlertoleranz und eine Kultur des Lernens: Wir begeben uns auf neues Terrain und entdecken Neues, dabei ist die genaue Route noch nicht klar und der Weg manchmal holprig. Und gleichzeitig eröffnet dieser Weg ins Offene neue Möglichkeiten und neue Entdeckungen. Während der Experimentierphase und danach werden die gemachten Erfahrungen im Hinblick auf die Weiterführung der Nutzungserweiterung ausgewertet.

Woher kommen die Ideen, was in und um St. Johannes angeboten werden soll?

Mit den drei Säulen der Konzeption steht die (sehr weite) inhaltliche Ausrichtung fest. Ganz wesentlich für die Neukonzeption ist die Tatsache, dass Ideen von allen Menschen und Gruppen aus dem Stadtteil, der Stadt und ggf. auch aus der Region kommen können. Sei es ein Lehmbackofen im Außengelände der Kirche, an dem gemeinsam Pizza gebacken werden kann, ein Workshop, bei dem preiswerte Möbel geschreinert werden, ein monatlicher Verschenkemarkt für Bekleidung oder eine Lichtinstallation in der Kirche zum Thema Schöpfung. Die Überzeugung ist, dass Menschen sich beteiligen werden und ihre guten Ideen einbringen.

Wer begleitet und steuert den Prozess?

Der Pfarrgemeinderat (PGR) ist das gewählte Leitungsgremium der Kirchengemeinde. Er hat sich immer wieder intensiv mit der Neukonzeption befasst und die Entscheidungen getroffen. Der Stiftungsrat entscheidet immer dann, wenn es um Finanzielles geht. Für die inhaltlichen und gestalterischen Fragen hat der Pfarrgemeinderat eine Steuerungsgruppe eingesetzt, in der 2 Mitglieder aus dem Seelsorgeteam, 2 Mitglieder aus der Pfarrgemeinderat und vier weitere ehrenamtlich Engagierte vertreten sind. Diese Steuerungsgruppe berichtet regelmäßig an den PGR-Vorstand und den PGR und bringt Fragen zur Beschlussfassung in den PGR ein. Das Gemeindeteam St. Johannes war und ist in alle Prozessschritte einbezogen und ist mit einem Mitglied in der Steuerungsgruppe vertreten. Begleitet wird das Projekt durch ein Team der Stadtlücken e.V. (https://www.stadtluecken.de/). Das St-Johannes-Team besteht aus fünf festen Mitgliedern und wird bei Bedarf ergänzt (Design, Kommunikation); alle sind Architekt*innen, Stadtplaner*innen, Innenarchitekt*innen und/oder Schreiner*innen. Sie bringen viel Erfahrung mit einem ähnlichen Prozess in Stuttgart mit der Kirche St. Maria mit. Namentlich sind das: Hanna Noller, Sascha Bauer, Carolin Lahode, Sarah Sutter und Sebastian Klawiter. Darüber hinaus ist die Steuerungsgruppe mit Pastoraltheologen im Gespräch, um den Prozess auch pastoraltheologisch zu begleiten. Von Seiten der Bistumsleitung begleitet Domkapitular Dr. Bernd Gehrke in seiner Eigenschaft als Referent für Liturgie im Auftrag des Generalvikars das Projekt.

Wie sieht der Zeitplan aus?

Ursprünglich war geplant, die Bänke im Sommer zu entfernen und die provisorische Architektur (transluzente Abtrennung Mariennische, Sitzgelegenheiten etc.) einzubauen. Da der Prozess der Abstimmung mit dem Denkmalschutz noch etwas Zeit braucht, verschiebt sich der Termin möglicherweise nach hinten. Nach und nach soll ab Frühsommer auch von außen sichtbar werden, dass sich in und um St. Johannes etwas verändert. Es wird voraussichtlich im Herbst ein Aktionswochenende geben, bei dem die Stadtgesellschaft eingeladen ist, sich mit ihren Ideen einzubringen.

Gibt es Kooperationspartner und wenn ja, wer?

Die derzeitigen Kooperationspartner sind das Stadtteil- und Familienzentrum Bürkle-Bleiche und der Caritasverband des Landkreises Emmendingen, auch mit der Fritz-Boehle-Schule gibt es Gespräche. Weitere Kooperationspartner sollen im Laufe des Projektes dazukommen.

St. Johannes befindet sich auf einer Reise – kommen Sie mit?

Bald starten wir mit den Reisevorbereitungen in Form vieler Aktionen, Exkursionen und Workshops. (Detailliertes Programm folgt nach und nach.)

Bei Fragen, Wünschen und Bedenken melden Sie sich gerne bei uns!

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